Altes Kellerfenster wird erneuert

Kellerfenster austauschen – Kosten, Material und Anleitung

Alte Kellerfenster sind die vergessenen Schwachstellen vieler Häuser: undicht, schlecht gedämmt, oft aus einfachem Glas oder sogar Drahtglas. Ein Austausch ist einfacher und günstiger als die meisten denken – und macht sich durch geringere Heizkosten schnell bezahlt.

Warum überhaupt Kellerfenster austauschen?

1. Energieverlust

Ein altes Einfachglas-Kellerfenster hat einen U-Wert von ca. 5,0 W/m²K. Ein modernes 2-fach verglastes Kunststofffenster liegt bei 1,1 W/m²K. Das bedeutet: Durch ein einziges altes Kellerfenster verlieren Sie fast fünfmal so viel Wärme wie durch ein neues. Bei einem beheizten Keller oder Heizungsraum summiert sich das enorm.

2. Feuchtigkeit und Schimmel

Undichte Kellerfenster lassen Feuchtigkeit eindringen – besonders bei Starkregen oder Schneeschmelze. Die Folge: muffiger Geruch, Schimmelbildung, beschädigte Lagerware. Neue Fenster mit EPDM-Dichtungen halten das Wasser draußen.

3. Einbruchschutz

Kellerfenster sind der beliebteste Einstiegsweg für Einbrecher. Alte Fenster ohne Pilzkopfverriegelung lassen sich in Sekunden aufhebeln. Moderne Kellerfenster bieten zumindest einen Grundschutz – und können mit abschließbaren Griffen nachgerüstet werden.

4. Wertsteigerung

Neue Fenster steigern den Wert Ihrer Immobilie. Bei einer Energieberatung oder einem Verkauf fallen alte Kellerfenster sofort negativ auf.

Was kosten neue Kellerfenster?

Nur das Fenster

  • 2-fach Verglasung, Dreh-Kipp: 39–120€ je nach Größe
  • 3-fach Verglasung, Dreh-Kipp: 60–150€ je nach Größe
  • Festverglasung (nicht öffenbar): ab 30€

Montage durch Handwerker

80–150€ pro Fenster, je nach Region und Aufwand. Bei alten Stahlzargen, die erst ausgebaut werden müssen, kann es teurer werden.

Gesamtkosten pro Fenster

Rechnen Sie mit 120–300€ pro Kellerfenster inklusive Material und Einbau. Bei 4–6 Kellerfenstern sind das 500–1800€ – eine Investition, die sich durch Heizkosten-Einsparung in wenigen Jahren rechnet.

Selbst einbauen: Schritt für Schritt

Kellerfenster sind die einfachsten Fenster zum Selbsteinbau. Sie sind klein, leicht und der Keller verzeiht optische Unvollkommenheiten.

1. Altes Fenster ausbauen

  • Fensterflügel aushängen
  • Alten Rahmen an mehreren Stellen durchsägen (Fuchsschwanz oder Säbelsäge)
  • Rahmenteile heraushebeln
  • Öffnung reinigen: Putzreste, alte Dichtungsmasse, Schmutz entfernen

2. Neue Maße prüfen

Messen Sie die freie Öffnung nach dem Ausbau. Das neue Fenster sollte umlaufend 10–15 mm kleiner sein als die Öffnung. So bleibt Platz für Schaum und Justierung.

3. Neues Fenster einsetzen

  • Fenster in die Öffnung stellen
  • Mit Keilen oder Distanzklötzen ausrichten
  • Wasserwaage! Waagerecht und senkrecht prüfen – das ist der wichtigste Schritt
  • Durch den Rahmen in die Laibung bohren (Steinbohrer 6–8 mm)
  • Rahmendübel einsetzen und festziehen – aber nicht zu fest!

4. Abdichten

  • Spalt umlaufend mit PU-Montageschaum ausschäumen
  • Sparsam! Der Schaum dehnt sich noch aus. Zu viel Schaum drückt den Rahmen zusammen.
  • Nach dem Aushärten: überstehenden Schaum mit dem Cuttermesser abschneiden
  • Innen und außen mit Silikon oder Acryl abdichten

5. Fensterflügel einhängen und prüfen

Flügel einhängen, Dreh-Kipp-Funktion testen. Das Fenster muss sich leicht öffnen und schließen lassen, ohne zu klemmen. Falls es klemmt: Rahmendübel leicht lösen und nachjustieren.

Häufige Fehler beim Kellerfenster-Einbau

  1. Fenster nicht lotrecht eingebaut: Dann klemmt der Flügel und die Dichtung schließt nicht richtig.
  2. Zu viel Montageschaum: Drückt den Rahmen zusammen oder nach innen.
  3. Abdichtung vergessen: PU-Schaum allein reicht nicht – er ist nicht UV-beständig und muss mit Silikon/Putz abgedeckt werden.
  4. Entwässerungsschlitze blockiert: An der Unterseite des Rahmens sind kleine Schlitze für Kondenswasser. Nicht zuschäumen!

2-fach oder 3-fach Verglasung für den Keller?

Unbeheizter Keller (Lager, Garage): 2-fach reicht völlig aus.

Beheizter Keller (Hobbyraum, Heizungsraum): 3-fach lohnt sich – die Mehrkosten (ca. 15–25%) haben Sie durch Heizkosten-Einsparung in 3–5 Jahren raus.

Fazit

Kellerfenster austauschen ist eines der besten Heimwerker-Projekte: überschaubarer Aufwand, niedrige Kosten, großer Effekt. Ein Nachmittag Arbeit pro Fenster, und Ihr Keller ist trockener, wärmer und sicherer.

Alle Preise Stand März 2026, inklusive MwSt.